VERANSTALTUNGSDETAILS

KINOTAG im Spessart FORUM Kultur

Freitag, 04. März 2022,
von 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr
 
Kurzbeschreibung:
Um 16.00 und 19.30 Uhr wird jeweils ein aktueller Kinofilm gezeigt.
 
Veranstaltungsort:
Spessart FORUM Kultur

Bad Soden Salmünster / Stadtteil:
Bad Soden
 
Beschreibung:

16:00 Uhr | SING - DIE SHOW DEINES LEBENS

Fünf Jahre nachdem der Koala Buster Moon und seine Freunde ein Theater gerettet haben, sind sie wieder da – und träumen groß. Denn sie wollen in einer der aufregendsten Städte der Welt eine Show vorführen, doch der Weg dazu ist steinig und schwer – und mit der einen oder anderen Notlüge gepflastert. Das Sequel ist größer als der erste Teil, denkt diesen aber konsequent fort und präsentiert sich als praktisch perfekter Film.

Eigentlich könnten Buster Moon und seine Künstler ganz zufrieden sein. Ihr Theater läuft meist vor ausverkauftem Publikum, aber sie alle haben einen größeren Traum. Sie wollen nicht nur auf einer kleinen Bühne begeistern, sondern es bis ganz nach oben schaffen. So machen sie sich auf nach Redshore City, um dort vor dem mächtigen Produzenten Jimmy Crystal vorzusingen. Dem gefällt kaum etwas, aber als Buster verspricht, den seit 15 Jahren zurückgezogen lebenden Star Clay Calloway für die Show bekommen zu können, erhalten sie ihre Chance – verbunden mit der Drohung, dass Crystal Buster um die Ecke bringt, wenn er seine Versprechungen nicht einhält.

Fortsetzungen müssen größer, aufregender, spektakulärer sein. All das trifft auf „Sing – Die Show deines Lebens“ zu. Er ist die konsequente Fortführung dessen, was man 2016 im ersten Teil gesehen hat. Die beliebten Figuren sind zurück, die damit einhergehende Dynamik auch, während neue Figuren diese auch aufmischen. Der Film lebt – natürlich – von seinen ins Ohr gehenden Songs, aber auch von den sympathischen Figuren, dem immer präsenten Gefühl und der rasanten Erzählweise, die knapp zwei Stunden wie im Flug vergehen lassen.

Der Film funktioniert für jede Altersstufe. Für die Kleinsten mag er vielleicht etwas zu lang und damit überfordernd sein, ansonsten gilt jedoch: Dies ist Familienunterhaltung auf ganz hohem Niveau, mit einer Botschaft, sich selbst und seinen Freunden gegenüber treu zu sein und seine Träume niemals aufzugeben, vor allem aber mit einer emotional packenden Geschichte. Das ist umso eindrucksvoller, da man es eben mit anthropomorphen Hauptfiguren zu tun hat – und dennoch sieht man sich in ihnen und in ihren Schwächen und Stärken wieder.

„Sing – Die Show deines Lebens“ ist perfektes Wohlfühlkino, das auch in der Lokalisierung originell ist. Wo der alte Star und Löwe Clay Calloway im Original von Bono gesprochen wird, hat man für das Deutsche auf Peter Maffay zurückgegriffen, der ausgesprochen gut ist. Überhaupt ist das Stimmensemble bemerkenswert, allen voran Bastian Pastewka, bei dem man das Gefühl hat, die Rolle des Koalas wäre ihm direkt auf den Leib geschrieben worden. (Peter Osteried)

USA 2021, Regie: Garth Jennings, Darsteller (dt. Synchronsprecher): Bastian Pastewka, Wotan Wilke Möhring, Katharina Thalbach, Stefanie Kloß, Alexandra Maria Lara, Peter Maffay, Länge: 112 Minuten, ab 0 J.

 

19:30 Uhr | WANDA, MEIN WUNDER

Das spannendste und nebenbei auch amüsanteste Familiendrama seit langer, langer Zeit: Von Minute zu Minute steigert sich die Intensität und die Komplexität dieser ausgefuchsten Dramödie über eine polnische Pflegekraft, die den Senior einer wohlhabenden Schweizer Familie betreut. Als sie von ihm schwanger wird, ist der Skandal groß, und schon bröckeln alle Fassaden. Nichts ist, wie es scheint, und dann kommt auch noch alles ganz anders … Ein anspruchsvolles, wunderbar boshaftes Vergnügen!

Der Anfang ist relativ harmlos: Ein Reisebus mit polnischen Frauen hält, und Wanda kehrt zurück. Sie war offenbar schon öfter hier in der Schweiz bei der reichen Familie Wegmeister-Gloor. Josef, der ehemalige Chef einer Firma für Baustoffe, hatte einen Schlaganfall und braucht ständig Pflege. Diesmal will Wanda drei Monate bleiben. Für wenig Geld soll sie rund um die Uhr verfügbar sein und in einem finsteren Kellergelass wohnen. Zusätzlich soll sie diesmal auch den Haushalt übernehmen, kochen, putzen und waschen – ein 24/7 Job, aber Wanda braucht das Geld für ihre eigene Familie in Polen. Schon bald wird klar, dass das vorgeblich musterhafte Leben in der Familienvilla keinesfalls so reibungslos verläuft, wie es scheint, und so hat es Wanda alles andere als leicht. Für ihren Job braucht sie viel diplomatisches Geschick, um es allen rechtzumachen. Nur Josef selbst scheint zu ihr ein relativ normales Verhältnis zu haben, er wird von Wanda mit professioneller Zuwendung versorgt. Josefs Frau Elsa ist ein Musterbeispiel an großbürgerlicher Arroganz und überfürsorglich, wenn es um Josef geht; die Tochter Sophie ist ein bösartiges Biest und unterstellt ihrem Vater, er würde nur simulieren, ihr Mann ist ein anpassungsfähiger Ja-Sager, und Gregi, der Sohn des Hauses, ist ein Träumer, ganz der Ornithologie verfallen und ansonsten weitgehend passiv. An Wanda prallen alle offenen und versteckten Gemeinheiten ebenso ab wie Gregis ungeschickte Annäherungsversuche. Sie macht einfach ihre Arbeit – schweigsam und diszipliniert. Gelegentlich steht sie außerdem Josef für sexuelle Dienstleistungen zur Verfügung, womit sie sich ihr Gehalt aufbessert. Für ein Salär von 1.000 Franken erfüllt Wanda Josefs eher bescheidene Wünsche und erledigt diesen Job ebenfalls mit professioneller Ruhe. Nach einigen Wochen folgt der Schock: Wanda ist von Josef schwanger. Und dann bricht das Chaos aus.

Wie Bettina Oberli und Cooky Ziesche als Autorinnen die Fäden in der Hand halten und mal hier, mal dort an ihnen ziehen, um die Personen hübsch hampeln zu lassen und immer noch einen draufzusetzen, ist vorbildliches Komödienhandwerk. Dennoch wird dabei der ernste Hintergrund nicht ins Lächerliche gezogen, denn Josef ist tatsächlich hilfsbedürftig, und Wanda wird wirklich ausgenutzt. An Gesellschafts- und Sozialkritik wird nicht gespart, im Gegenteil: Den Mitgliedern der standesbedünkelten Unternehmerfamilie wird erst die Maske vom Gesicht gerissen und dann der Spiegel vorgehalten, und zwar so lange, bis es gar nicht mehr anders geht, als sich irgendwie ein bisschen zu besinnen. (Gabi Sikorski)

Schweiz 2020, Regie: Bettina Oberli, Darsteller: Agnieszka Grochowska, André Jung, Marthe Keller, Jacob Matschenz, Birgit Minichmayr, Anatole Taubman, Musik: Grandbrothers, Länge: 110 Min., ab 0 J.

Bitte denken Sie an die Einhaltung der aktuellen Corona-Maßnahmen.

 
Veranstalter: Internet-Adresse:
Kurbetrieb Bad Soden-Salmünster und Cine-Max GmbH
 
Kosten: Vorverkaufsstelle:
Tages-/Abendkasse: 6,00 € / 7,00 € (Angabe ohne Gewähr)
 
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