Historische Entscheidung für die Spessart Therme | 30.06.25 Stadtverordnete stimmen für Teilabriss und Neubau
Die Stadtverordnetenversammlung der Kurstadt Bad Soden-Salmünster hat in einer historischen Sitzung am 30. Juni 2025 den Weg für einen Teilabriss und Neubau der Spessart Therme freigemacht. Der Grundsatzbeschluss, der mit 28 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen bei großer Mehrheit angenommen wurde, ist eine zentrale Weichenstellung für die Zukunft der Stadt.
Bürgermeister Dominik Brasch dankte den ehrenamtlichen Mandatsträgern für die intensive Vorbereitung und zeichnete die Stationen bis zum Grundsatzbeschluss nochmals kurz nach. In der fairen und von Sachlichkeit geprägten Debatte unterstrichen alle Redner die Tragweite des Beschlusses.
Riesiges Interesse an Bürgerversammlung zur Zukunft der Spessart Therme
Bereits am 24. Juni 2025 hatte die Stadt Bad Soden-Salmünster zu einer Bürgerversammlung geladen, um die Zukunft der Spessart Therme zu diskutieren. Das Interesse war überwältigend, mehr als 300 Bürger strömten ins Spessart Forum, und weitere 500 Interessierte verfolgten die Veranstaltung per Livestream. Deutlich wurde, dass trotz kritischer Fragen sich die Bürger überwiegend den Erhalt der Therme wünschen.
Dass Handlungsbedarf besteht, wurde allen Anwesenden schnell klar, denn die 50 Jahre alte Therme ist sanierungsbedürftig. Die entscheidende Frage war, welche Maßnahmen seitens der Stadt ergriffen werden sollen.
Bürgermeister Dominik Brasch betonte: „Wir wollen heute aufzeigen, warum ein Neubau der Therme aus unserer Sicht die beste Option ist. Faktenbasiert, unterfüttert mit Zahlen und großer Expertise von zahlreichen Spezialisten.“ Er sei sich bewusst, dass dies eine Entscheidung sei, „die unsere Stadt auf Jahrzehnte prägen wird. Ich blicke auf dieses Thema also nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Familienvater, der hier sein ganzes Leben verbringen möchte.“
Expertenanalysen untermauern die Entscheidung
In einer knapp eineinhalbstündigen Präsentation zeigten Bürgermeister Brasch und Kurdirektor Stefan Ziegler auf, welche Möglichkeiten bestehen. Sie stellten sich und beantworteten zahlreiche Fragen, die verdeutlichten, wie intensiv sich die Stadtverordneten, die Kurkommission und die Kurdirektion bereits mit dem Thema beschäftigt haben: Warum sind Kur und Tourismus wichtig für Bad Soden-Salmünster? Warum werden sie es auch in Zukunft sein? Was bedeuten die verschiedenen Möglichkeiten für Arbeitsplätze, Kaufkraft, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Stadt?
Dabei stützten sich die beiden auf Expertenanalysen, unter anderem vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif). Die Zahlen waren eindeutig: Am Kur- und Tourismusbetrieb in Bad Soden-Salmünster hängen mehr als 67 Millionen Euro Umsatz, und der durchschnittliche Verdienst von über 1.300 Menschen in der Kurstadt und darüber hinaus sind direkt mit diesem Wirtschaftszweig verbunden.
Der Planungsprozess läuft bereits seit 2017. Nach einigen Verzögerungen wegen der Pandemie ging es im Herbst 2024 in die heiße Phase. Zur Unterstützung hatten die Verantwortlichen seit Beginn einige Experten an ihrer Seite, darunter Architekten, Planer, Unternehmensberater und Ingenieure.
Brasch betonte: „Ganz am Anfang dieser Entscheidung stehen die Bürgerinnen und Bürger. Denn Sie haben die Vertreterinnen und Vertreter gewählt, die sich in der Stadtverordnetenversammlung seit dieser Zeit sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.“ Jetzt, wo alle Fakten auf dem Tisch lägen, sei der richtige Zeitpunkt gekommen, alle Menschen mit ins Boot zu holen. Brasch drückte den Stadtverordneten seinen Dank aus: „Dieses Engagement ist ehrenamtlich, und alle sind mit extrem viel Leidenschaft dabei.“
Bürgermeister Brasch stellte noch einen weiteren Aspekt in den Fokus. Der Kurbetrieb hat sich durch intensive Konsolidierungs- und Zentralisierungsmaßnahmen zu einem zentralen Dienstleister für kommunale Aufgaben entwickelt. So ist der Kurbetrieb beispielsweise für die „Stadthalle“ Spessart FORUM verantwortlich, betreibt die Sporthalle und das 25-Meter-Schwimmbecken – beides trägt zur Gesundheit unserer Kinder bei und stellt mit dem Ärztehaus und der Physiotherapie-Praxis medizinische Infrastruktur. Zusätzlich sorgt der Kurbetrieb für kulturelles Leben und ist Heimat zahlreicher Vereinsveranstaltungen. „Das alles wird kostengünstig in Ergebnis des Kurbetriebs abgebildet“, erklärt Brasch.
Drei Varianten im Fokus
Kurdirektor Ziegler unterstreicht: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, sondern akribisch gearbeitet und insgesamt elf Varianten erstellen lassen, wie wir das Prädikat erhalten und die Therme neu bauen können. Zusätzlich haben wir zur Abrundung des Bildes zwei Varianten ohne Therme in der Kurstadt aufgearbeitet.“
Drei Varianten wurden exemplarisch mit ihrem einmaligen Investment und den laufenden Jahresbelastungen dargestellt und intensiv betrachtet:
- Aufgabe des Prädikats und Schließung der Therme:
Investment 10 Millionen Euro,
Jahresbelastung 2,5 Millionen Euro - Erhalt des Prädikats und Schließung der Therme
Investment 17 Millionen Euro,
Jahresbelastung 1,5 Millionen Euro - Erhalt des Prädikats und Neubau der Therme:
Investment 50,5 Millionen Euro,
Jahresbelastung 2,3 Millionen Euro
Brasch stellte klar: „Im Ergebnis gibt es eine Differenz zwischen dem Erhalt des Prädikats ohne Therme und einem Neubau der Therme von gut 700.000 Euro.“ Damit sei klar: „Das unternehmerische Risiko ist bei der dritten Option höher, sie bietet uns jedoch laut Experten eine Zukunftsperspektive für Kur und Tourismus und damit für die Entwicklung der Stadt, die bei den anderen beiden Varianten nicht besteht.“
Favorisierte Variante: Thermalsole-Bad mit Vollangebot
Kurdirektor Stefan Ziegler machte keinen Hehl daraus, welche Option die Verantwortlichen favorisieren: „Auf Basis der Fakten empfehlen wir den Erhalt des Prädikats und den Neubau der Therme.“
Ziegler betonte: „Alle unsere Zahlen sind konservativ gerechnet. Wir haben als vorsichtiger Kaufmann agiert. Dies ist die ehrlichste und beste Entscheidungsgrundlage, bietet zusätzlich große Potenziale, um Geld bei der Investition zu sparen sowie die Jahreseinnahmen zu erhöhen.“ Ziegler meinte damit Fördertöpfe, mögliche höhere Besucherzahlen, ein Hotel unmittelbar an der neuen Therme, den Einsatz erneuerbarer Energien und eine geringere Zinsbelastung als vier Prozent bei der Tilgung. All dies sei nicht in den Kalkulationen enthalten.
Ausblick und nächste Schritte
Steffen Reith von der Agentur Bensing & Reith moderierte die Veranstaltung, lobte die Transparenz und Bürgernähe seitens der Stadt und leitete die anschließende Fragerunde. Hier wurde deutlich: Den Menschen ist das Ausmaß dieser Entscheidung bewusst. Es gab viele Fragen, darunter auch kritische Anmerkungen. Doch es wurde klar: Das Vertrauen in die Verantwortlichen ist da, der Wunsch nach dem Erhalt der Therme ebenfalls.
Mit dem am 30. Juni 2025 gefassten Grundsatzbeschluss, auf Basis der Option „Thermalsole-Bad mit Vollangebot“ in die Planungsphase zu gehen, beginnt nun die eigentliche Arbeit. Kommt es nach Abschluss des finalen Planungs- und Ausschreibungsprozesses zu einem Thermen-Neubau, ist der schnellstmögliche Baubeginn im Jahr 2028 und dürfte frühestens Ende 2030 fertiggestellt sein. „Die Spessart Therme bleibt bis zum Jahr 2028 für die Gäste geöffnet“, betont Kurdirektor Stefan Ziegler.
Stadtverordnetenvorsteher Erwin Faulstich stellte abschließend fest: „Die Diskussion ist hier nicht beendet, und ich freue mich auf den weiteren Prozess zur Zukunft unserer Spessart Therme.“
Zur Information Grundsatzbeschluss
Die Stadtverordnetenversammlung hat die vorgestellten 11 Thermen-Teilneubau-Varianten und die beiden Varianten, die eine zur Aufgabe des Heilbad-Prädikats und die andere zum Erhalt des Prädikats, zur Kenntnis genommen.
Nach einem intensiven Abwägungsprozess der volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Daten sowie unter Einbeziehung der Auswirkungen auf den Gesundheits- und Tourismusstandort stimmt die Stadtverordnetenversammlung der Kurstadt Bad Soden-Salmünster einem Teilneubau der Spessart Therme auf Grundlage der Variante 4.3 durch den Kurbetrieb der Stadt Bad Soden-Salmünster zu.
Die notwendigen Finanzmittel werden durch die entsprechenden Wirtschaftspläne des Kurbetriebs bereitgestellt.
Der Magistrat und die Betriebsleitung werden beauftragt, die notwendigen Maßnahmen zur Errichtung einer zeitgemäßen Erlebnis-Therme mit Innen- und Außen-Solebecken, eines Therapiebeckens und eines attraktiven Saunabereichs sowie der Integration aller derzeit bestehenden Zusatzangebote weiterzuverfolgen. Dies schließt ein Energiekonzept ein. Im Zuge der Gesamtmaßnahmen sind die Generierung von Fördermitteln sowie organisatorische und rechtliche Privatisierungsmöglichkeiten von Teilbereichen zu prüfen. Gleiches gilt für die Ansiedlung eines Übernachtungsbetriebes im direkten Thermenumfeld.
Der Stadtverordnetenversammlung ist bewusst, dass variantenunabhängig während der Bauphase erhebliche finanzielle Belastungen zu erwarten sind. Daher werden der Magistrat und die Betriebsleitung zusätzlich beauftragt, die finanziellen Auswirkungen in den Jahren bis zur Inbetriebnahme der neuen Therme zu ermitteln und konzeptionell aufzuarbeiten. Die Ergebnisse sind den Gremien zur Entscheidung vorzulegen.
Weiterhin werden der Magistrat und die Betriebsleitung beauftragt, die Kurkommission mindestens einmal im Quartal über den Sachstand zu informieren.
Livestream | 24.06.2025 Bürgerversammlung "Zukunft Spessart Therme"
Gerne möchten wir Sie im Rahmen der Bürgerversammlung über die aktuellen Entwicklungen rund um die Spessart Therme informieren. Es geht hierbei um die Zukunft unseres Kur- und Tourismusstandorts. Die Spessart Therme steht sinnbildlich für das, was Bad Soden-Salmünster ausmacht: Gesundheit, Erholung und touristische Attraktivität. Nach über 50 Jahren Dauerbetrieb ist klar: Es besteht Handlungsbedarf.
Download der Präsentation “Zukunft Spessart Therme” (PDF) | Bürgerversammlung am 24. Juni 2025
Zukunft Spessart Therme | 23.05.2025 „Es geht um die Zukunft unseres Kur- und Tourismusstandorts“
Interview mit Bürgermeister Dominik Brasch und Kurdirektor Stefan Ziegler, die den Teilneubau der Spessart Therme befürworten:
Die Spessart Therme steht sinnbildlich für das, was Bad Soden-Salmünster ausmacht: Gesundheit, Erholung und touristische Attraktivität. Nach über 50 Jahren Dauerbetrieb ist klar: Die bestehende Therme kann nicht einfach so weiterbetrieben werden. Bürgermeister Dominik Brasch und Kurdirektor Stefan Ziegler berichten im Interview, wie sich die Stadt mit großem Verantwortungsbewusstsein mit unterschiedlichsten Wegen beschäftigt hat – und warum nun der Zeitpunkt für eine Grundsatzentscheidung gekommen ist.
Herr Brasch, Herr Ziegler, warum ist eine grundlegende Veränderung bei der Therme notwendig?
Brasch: Wir haben im April das 50-jährige Bestehen der Spessart Therme gefeiert – ein schöner Anlass, aber auch ein Moment der Ehrlichkeit. Die technischen Anlagen und die Bausubstanz sind an ihre Grenzen gekommen. Besonders die Sole, die unsere Gäste seit Jahrzehnten begeistert und unser wichtigstes Heilmittel ist, hat das Bauwerk stark beansprucht. Vor allem die Kellerbereiche weisen erheblichen Handlungsbedarf auf. Das haben umfangreiche Untersuchungen, darunter etwa 300 Probebohrungen, eindeutig gezeigt.
Ziegler: Selbst bei sehr sorgfältiger Wartung ist die Zeit nicht spurlos an der Anlage vorbeigegangen. Die technischen Herausforderungen und heutigen energetischen Anforderungen lassen ein „Weiter so“ nicht zu. Deshalb haben wir uns seit 2017 intensiv mit zukunftsgerichteten Modellen und Varianten beschäftigt.
Wie sind Sie an die Entscheidungsfindung herangegangen?
Brasch: Uns wurde relativ schnell klar, dass es sich um eine Entscheidung mit enormer Tragweite handelt: finanziell, städtebaulich und für die langfristige Entwicklung der Stadt. Deshalb haben wir uns bewusst Zeit genommen und keine Denkverbote ausgesprochen. Gemeinsam mit der Betriebsleitung und erfahrenen externen Beratern haben wir alle Optionen intensiv geprüft – von der Sanierung bis zum vollständigen Neubau. Das daraus entwickelte Modell des Teilneubaus wurde schließlich in elf unterschiedlichen Varianten detailliert durchgerechnet.
Ziegler: Auch die Frage einer möglichen Schließung der Therme haben wir durchdacht – mit all ihren finanziellen, strukturellen und stadtpolitischen Konsequenzen. Es war ein intensiver, gründlicher Prozess, in dem wir Chancen und Risiken sehr genau abgewogen haben. Unser Ziel war nie, schnell zu entscheiden – sondern fundiert.
Was waren die Ergebnisse dieser Variantenprüfung?
Brasch: Es wurde schnell deutlich: Eine reine Sanierung ist mit erheblichen Risiken verbunden. Viele Schäden zeigen sich erst nach dem Rückbau – dann gibt es kein Zurück mehr. Zudem würde die Grundstruktur eines 50 Jahre alten Gebäudes erhalten bleiben. Das ist wirtschaftlich nicht tragfähig. Auch eine vollständige Schließung hätte gravierende Folgen: Verlust des Kurstadtstatus bis hin zur Änderung des Stadtnamens, Wegfall von jährlich rund 1,3 Millionen Euro aus Bäderzuweisung und Kurbeiträgen sowie hohe Kosten für Rückbau und Ersatzinfrastruktur. Und das alles bei gleichzeitigem Verlust eines zentralen touristischen Ankers.
Ziegler: Selbst ein Modell zum Erhalt des Kurstadtstatus mit einem kleinen therapeutischen Bereich und der Fortführung der Brunnenanlagen hätte Investitionen von rund 17 Millionen Euro erfordert – jedoch ohne echte Perspektive, die Kurstadt nachhaltig weiterzuentwickeln. In der Gesamtbetrachtung überwiegen bei diesen Varianten eindeutig die Nachteile.
Was schlagen Sie konkret vor?
Brasch: Die Variante, die nun im Fokus steht, ist ein Teilneubau. Das bedeutet: Bade- und Saunabereich sowie die technischen Untergeschosse werden vollständig neu gebaut. Der bereits modernisierte Therapie- und Wellnessbereich bleibt erhalten und wird gezielt ergänzt. So entsteht ein modernes, energieeffizientes Angebot, das den heutigen Kundenbedürfnissen entspricht.
Ziegler: Die neue Therme würde über rund 700 Quadratmeter Wasserfläche im Innen- und Außenbereich verfügen – ergänzt durch die Beckenfläche des bestehenden 25-Meter-Schwimmbeckens. Die Saunalandschaft ist hochwertig konzipiert – mit mehreren Innen- und Außensaunen, großzügigen Ruhebereichen und gastronomischem Angebot. Ziel ist eine Klassifizierung als 5-Sterne-Sauna. Der gesamte Investitionsbedarf liegt bei rund 50 Millionen Euro – inklusive Nebenkosten für Brunnen, Energieversorgung und Abriss.
Ist die Entscheidung damit schon gefallen?
Ziegler: Nein, ganz im Gegenteil. Unsere Aufgabe als Verwaltung und Betriebsleitung war es, alle Optionen objektiv zu prüfen und belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Jetzt liegt es an der Stadtverordnetenversammlung, diese Vorschläge zu bewerten. Sie trifft – und das ist sehr wichtig – die finale Entscheidung.
Brasch: Wir haben über Jahre hinweg in enger Abstimmung mit dem Magistrat, den Fraktionen und der Betriebsleitung intensiv gearbeitet. Nun liegt die Entscheidungshoheit bei den gewählten Gremien. Die Stadtverordneten befassen sich mit großer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit mit der Materie. Das verdient Respekt und Vertrauen.
Wie geht es weiter?
Brasch: Am 10. Juni werden die Erkenntnisse und die favorisierte Variante in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. Am 24. Juni folgt eine Bürgerversammlung, um auch die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Am 30. Juni soll dann der Grundsatzbeschluss gefasst werden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Schnellverfahren, sondern um einen sorgfältig vorbereiteten, demokratischen Prozess.
Ziegler: Bei einer positiven Entscheidung durch die Gremien sprechen wir nicht von einem sofortigen Baubeginn. Bis zur Realisierung sind noch umfangreiche Planungen, Genehmigungen und europaweite Ausschreibungen notwendig. Realistisch ist ein Beginn der Bauarbeiten frühestens ab dem Jahr 2028.
Der öffentliche Austausch ist uns wichtig. Wir sprechen hier über ein Projekt, das unsere Stadt über Jahrzehnte prägen wird. Dafür braucht es Information, Mitnahme und Beteiligung.
Abschließend: Wie blicken Sie persönlich auf die anstehende Grundsatzentscheidung?
Ziegler: Es geht um weit mehr als ein Gebäude. Es geht um Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und Perspektiven für die Zukunft. Und es geht darum, dass wir die Grundlagen gelegt haben – auf dieser Basis können die Verantwortlichen nun eine gute Entscheidung treffen.
Brasch: Ich habe großen Respekt vor der Dimension dieser Entscheidung – und ich bin mir der Verantwortung bewusst. Nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Bürger dieser Stadt. Ich bin überzeugt, dass wir mit der favorisierten Variante eines Teilneubaus der Spessart Therme eine nachhaltige, tragfähige und wirtschaftlich vertretbare Lösung gefunden haben.
Was dabei häufig übersehen wird: Die Therme ist kein reines Freizeitangebot, sondern eine tragende Säule unserer lokalen Wirtschaft. Laut dem Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) erwirtschaftet der Tourismus in Bad Soden-Salmünster jährlich über 60 Millionen Euro Bruttoumsatz. Nach Abzug der Vorleistungen bleiben etwa 40 Millionen Euro Einkommensbeitrag in der Stadt – das entspricht über 1.300 gesicherten Arbeitsplätzen. Die Therme trägt daran einen maßgeblichen Anteil. Diese wirtschaftliche Bedeutung wiegt schwer – und unterstreicht die Bedeutung der Spessart Therme für Bad Soden-Salmünster eindrucksvoll.