Hausen

Schloss Hausen

Hausen und Salmünster

Hausen war früher nur ein kleiner Weiler. Erstmals erwähnt ist die Siedlung anno 1319 unter dem Namen "husen". Es wird angenommen,daß das Stift Fulda zum Schutz von Salmünster schon sehr früh an dieser Stelle eine Wasserburg errichten ließ. Diese war von zwei Wassergräben umgeben, was auch den früheren Ortsnamen "Hausen zu den Brucken" erklärt. Denn wer zu der Burg gelangen wollte, musste zunächst zwei Brücken passieren.

Im Jahre 1345 kaufte Friedrich von Hutten die Burg von den Herren von Jazza [Jossa]. Und 1540 erwarb Kurmainz Alsberg und Hausen. Damit hatten sie zugleich einen Anteil von Salmünster erworben, denn dieses Städtchen hatte seinerzeit mehrere Besitzverhältnisse. Die kurfürstliche Regierung in Mainz richtete in dem neuerworbenen Gebiet ein eigenes Oberamt in Hausen ein. Als die Pfandschaft Salmünster 1734 durch Fulda wieder einge1öst wurde und an das Hochstift zurückging, verlor das Oberamt Hausen mehr und mehr an Bedeutung. Schließlich verlegte Kurmainz Ende des 18. Jahrhunderts den Oberamtssitz von Hausen nach Orb. Fortan wurde der Besitz von dort aus verwaltet. Die Grenze zwischen Kurmainz und dem Hochstift Fulda war das kleine Heiligenhäuschen, das noch heute an der Spessartstraße steht.

Nach den Napoleonischen Kriegen gingen Orb, Alsberg und Hausen in bayerischen Besitz über, bevor sie 1866 preußisch wurden. 104 Jahre lang war Hausen dann ein Ortsteil von Alsberg und gehörte zum Landkreis Gelnhausen. Am 1. Januar 1970 wurde Alsberg mit Hausen eingemeindet. Der letzte Bürgermeister dieser Verwaltungseinheit war der Alsberger Karl Müller. Die beiden Dörfer wurden zu Stadtteilen von Salmünster (damals Kreis Schlüchtern).

Im Staatsanzeiger für das Land Hessen (Ausgabe 3/1970) steht geschrieben: "Aufgrund [...] der Hessischen Gemeindeordnung [...] erhält das Gebiet der früheren Gemeinde Alsberg mit dem bisherigen Ortsteil Hausen in der Stadt Salmünster mit Wirkung vom 1. Januar 1970 die Bezeichnung "Stadtteil Alsberg", "Stadtteil Hausen". Darmstadt, 24.12.1969, Der Regierungspräsident".

Damit ist der Beweis erbracht, daß Hausen tatsächlich ein eigener Stadtteil der heutigen Kurstadt ist. Doch wird man der Geschichte nicht gerecht, würde man nur diese historischen Fakten berücksichtigen. Zwar bildeten Hausen und Alsberg über ein Jahrhundert eine Verwaltungseinheit. Aber die Hausener orientierten sich - nicht zuletzt wegen der räumlichen Nähe - eher nach Salmünster. Sie gingen dort zur Kirche, kauften dort ein und feierten zusammen Feste. Die Kinder besuchten dort die Schule. Und die beiden Stadtteile wuchsen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer mehr zusammen. So schien es vielen Bürgern nur konsequent zu sein, daß sich Hausen und Salmünster 1970 zusammentaten. Hausen wird deshalb seit diesem Zeitpunkt durch den Ortsbeirat Salmünster vertreten.

Quelle: Dr. Georg-Wilhelm Hanna

Hausen heute

Neubaugebiet Nördliche Vorderäcker in Hausen

Heute ist Hausen ein beliebter Stadtteil zum Wohnen und Leben, denn trotz sehr guter Verkehrsanbindung und direkter Nähe zum Nahversorgungszentrum Palmusacker ist der Stadtteil ruhig und naturnah gelegen. Das Neubaugebiet "Nördliche Vorderäcker" verbindet diese Vorteile mit einem herrlichen Fernblick ins Kinzigtal und in den Spessart.

Schloss Hausen

Das heutige Schloss Hausen war ursprünglich als Wasser- bzw. Turmhügelburg angelegt worden, wahrscheinlich um den Zugang zu den nahen fuldischen Besitzungen zu sichern. Möglicherweise zeugt der Flurname Häuser Dick von einer (heute vergangenen) Landwehr, bestehend aus Gebück und/oder Landgraben.Die großzügige Burganlage findet sich erstmals beschrieben in einem 1540 anlässlich des Verkaufs an Mainz angelegten Verzeichnis. Neben dem zentralen Turm- und Kemenatenbau gehörten zum Schloss zahlreiche Wirtschaftsgebäude, darunter Schafställe und eine Mühle. 1345 kaufte Friedrich von Hutten die Güter zu Hausen auf. Allerdings zerfiel der Besitz durch Erbteilungen, Pfandleihen und Teilverkäufe, so dass sich die Anteilseigner immer wieder gezwungen sahen, Schiedsgerichte zu bestellen, die die Streitigkeiten zwischen ihnen schlichten mussten. Hans von Hutten zum Stolzenberg erwarb 1430 die Besitzrechte seiner Vettern aus der fränkischen Linie derer von Hutten und begründete damit eine dritte Erblinie, nämlich die der Herren von Hutten zu Hausen. Um ihren Familienbesitz zu konsolidieren, schlossen die Herren von Hutten zum Stolzenberg mit ihren Vettern zu Hausen 1517 einen neuen Burgfrieden. Allerdings ging Frowin von Hutten seiner Güter in Hausen alsbald verlustig: Seine Rolle im Ritterkrieg kostete ihn 1522 kurzfristig sämtliche Besitzungen. Erst 1526 gelang ihm die Rückerwerbung. Allerdings überschrieb Frowin kurz vor seinem Tod 1529 seinen Anteil an Hausen, sehr zum Ärger der Stolzenberger, der konkurrierenden fränkischen Verwandtschaft. Die Streitigkeiten zwischen den beiden Linien führten schließlich zum Verkauf der fränkischen Anteile an Kurmainz (1540). Der Mainzer Erzbischof Daniel Brendel von Homburg erzielte 1558 den endgültigen Ausgleich mit den hutten'schen Nachbarn. Die Burg Hausen wurde zum Schloss umgestaltet und wurde Verwaltungssitz. Das 1581 errichtete Verwaltungsgebäude der Amtskellerei ist in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben, während die alte Zehntscheune (erbaut um 1530) 2004-2008 von einem privaten Investor renoviert und umgebaut wurde.

Die baufällig gewordene Burganlage wurde Anfang der 1950er von der europäischen Filmunion aufgekauft und umfangreichen Umbaumaßnahmen unterzogen. Der eingerichtete Hotelbetrieb musste aber bereits 1955 aufgrund finanzieller Probleme des Investors eingestellt werden, und das Schloss wechselte erneut den Besitzer. Seit 1981 gehört die Anlage dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands.