Entenfütterung an Gewässern

Beschäftigung während eines Spazierganges. Im Haushalt fällt viel altes Brot an, zu schade für den Mülleimer, aber nicht mehr frisch genug für den Eigenverzehr. In der Annahme, das Brot erfülle einen guten Zweck beim Entenfüttern, kaufen manche Bürgerinnen und Bürger sogar noch extra Brot hinzu um es zu verfüttern - schließlich sollen die Wasservögel und Fische nicht verhungern.

 

Aber - zu viel Brot ist ungesund!

Denn die Nährstoffe aus jedem Gramm Brot bleiben im Gewässerkreislauf langfristig erhalten. Dieses Nährstoffüberangebot führt zu einer drastischen Verschlechterung der Lebensbedingungen der Tiere im und auf dem Wasser.

 

Warum keine Fütterung von Wasservögeln?

Brot als Nahrung ist nicht artgerecht. Normalerweise ernähren sich Wasservögel wesentlich vielseitiger mit einer Mischnahrung bestehend aus Pflanzenteilen, Muscheln und Insekten. Durch die oft punktuellen Fütterungsstellen werden viele Tiere angelockt, meist zu viele für die begrenzte Gewässerfläche. Der Überbesatz führt nicht nur zur Paarungszeit zu aggressivem Verhalten der Tiere untereinander. Enten und andere Vögel raufen sich nun um Nahrung das tun sie nur, wenn der Mensch ihre Gewohnheiten durcheinander bringt. Der Überbesatz hat noch weitere Folgen: Mit der unnatürlich hohen Zahl von Wasservögeln an der Futterstelle ist zwangsläufig auch eine vermehrte Kotausscheidung verbunden, die zu einer Überdüngung des Wassers führt, in deren Folge auch die übrigen Tiere im Gewässer leiden. Der vermehrte Nährstoffeintrag führt zu einem verstärkten Algenwachstum in den Gewässern. Die großen Algenmengen können nur unzureichend abgebaut werden, so dass sich mit der Zeit eine immer dickere Faulschlammschicht im Gewässer bildet. Durch Schimmel- und Fäulnisprozesse kommt es am Gewässergrund zu Sauerstoffmangel und dadurch bedingt zur Freisetzung von weiteren Giftstoffen wie Methan oder Schwefelwasserstoff. In der Faulschlammschicht können sich, besonders im Sommer, Botulismus-Bakterien vermehren, die ein Nervengift produzieren, das nach Aufnahme über die Nahrungskette für Enten tödlich wirkt. Auch das Brot, welches wegen übermäßiger Fütterung überhaupt nicht aufgenommen wird und auf den Boden sinkt, belastet das Gewässer und seine Tier- und Pflanzenwelt. Auch an fließenden Gewässern wie der Salz profitieren letztendlich Ratten von dem Überangebot des ausgestreuten Brotes.

 

Deshalb die Bitte an Sie:

Das gut gemeinte Entenfüttern ist falsch verstandene Tierliebe und kehrt sich ins Gegenteil um. Die unnatürliche Nahrung wirkt sich negativ auf das gesamte Gewässer mit allen seinen Tieren und Pflanzen aus, nicht zuletzt auch auf die Enten. Auch das Beobachten von gesunden Wasservögeln ist ein schönes Naturerlebnis, helfen Sie dabei mit, dass dies an unseren Gewässern auch weiterhin möglich ist.

 

 

Danke für Ihr Verständnis

Ihr Ordnungsamt